Bedeutung botanischer Artnamen (babylonica – bertramii)

babylonicalat. Babylon-
baccatus, baccata, baccatumlat. mit Beeren bzw. Perlen behangen
badense, badensislat. badisch
badius, badia, badiumlat. kastanienfarbig
baeckiiformelat. wie Taraxacum baeckii
bakkerana – nach Bakker benannt
baldense, baldensis – vom Monte Baldo
baldschuanica – aus Baldschuan (Tadschikistan)
balfourianus – nach Sir Isaac Bayley Balfour
balsamitus, balsamita, balsamitumlat. balsamisch
balticus, baltica, balticumlat. baltisch
balticiformelat. wie Taraxacum balticum
bannaticus, bannatica, bannaticumlat. aus Banat (Rumänien)
barbarus, barbara, barbarumlat. fremd
barbatus, barbata, barbatumlat. bärtig
barberi – nach F. W. Barber
barbulatus, barbulata, barbulatumlat. kurzbärtig
barrandienicuslat. aus Barrandien (Tschechien)
baruthicuslat. aus Baruth/Mark (Brandenburg)
basifurcus, basifurca, basifurcumlat. tiefgabelig
basitruncatus, basitruncata, basitruncatumlat. abgestutzt
baudotii – nach Baudot benannt
bauhini – nach Gaspard und Jean Bauhin
baumgartenii – nach Baumgarten benannt
bauri – nach L. R. Baur benannt
bavaricus, bavarica, bavaricuslat. bayerisch
bavarus, bavara, bavarumlat. bayerisch
bayerae – nach Bayer benannt
bachii – nach Bach benannt
beccabungalat. aus nd. Beckebunge = Bachbunge (am Bach wachsend und Knollen tragend)
beckmanniana – nach Beckmann benannt
beckmannii – nach Beckmann benannt
bella-donnalat. schöne Frau
bellardii – nach C. A. L. Bellardi
bellidiastrum, bellidiastralat. Bellis- (Gänseblümchen-) ähnlich
bellidifolius, bellidifolia, bellidifoliumlat. Bellis- (Gänseblümchen-) blättrig
bellidioides – lat. Bellis- (Gänseblümchen-) ähnlich
bellus, bella, bellumlat. hübsch, schön
benekenii – nach Beneken benannt
benzianum – nach Benz benannt
berchtoldii – nach Berchtold benannt
berlandieri – nach Jean Louis Berlandier
bermudianalat. Bermuda-
bertolonii – nach Bertoloni benannt
bertramii – nach Bertram benannt

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Gans in Reis mit einem Beifußstrauß

Weihnachtszeit ist die schönste Zeit, allerdings ist jene für einige unserer Mitgeschöpfe damit bereits abgelaufen. Nämlich für solche, die auf unserer festlich gedeckten Weihnachtstafel enden. Neben Karpfen und Truthähnen steht die Gans ganz weit oben auf unserem Speiseplan.

Wohl wahr, das einzige Botanische an einer Gans ist ihr gefiedertes Gefieder, aber um Gänse soll es hier gar nicht gehen. Mein Interesse gilt ganz allein einer bei uns sehr häufigen Pflanze, die als aromatisches Küchenkraut eben dieser Spezialität beigefügt wird und den Braten bekömmlicher machen soll: der Beifuß.

Beifuß ist so häufig, dass er immer "bei Fuß" ist

 

Artemisia vulgaris, der Gewöhnliche Beifuß, ist nach der griechischen Göttin Artemis benannt. Vulgaris heißt „gewöhnlich“ und bezeichnet häufige Pflanzen. Interessant ist die sprachwissenschaftliche Entwicklung des deutschen Begriffs. Er soll sich aus dem althochdeutschen Wort bozzan gebildet haben, das so viel wie stoßen oder schlagen bedeutete.

Daraus entstand Biboz, das so etwas wie „Beigestoßenes“ hieß, möglicherweise weil die Pflanze zerstoßen und Speisen beigegeben wurde. Durch Lautverschiebung entstand aus Biboz das mittelhochdeutsche Bivouz, aus dem im Hochdeutschen “Beifuß” wurde.

Aus dem Verb bozzan entstand noch ein weiteres, im Norden Deutschlands bekanntes Wort: Boßeln. Ein Volkssport, oder eher eine Vergnügung, bei der Kugeln auf einer Straße möglichst weit voran getrieben werden müssen. In erster Linie geht es dabei meist um ein anschließendes Grünkohlessen und um, siehe letztes Blogthema, Wacholder.

Mit diesem kleinen Exkurs in die Etymologie des Beifuß und des Boßelns wünsche ich allen Lesern frohe Weihnachten, einen guten Rutsch, einen Gänsebraten mit viel Beigestoßenem gegen das Aufstoßen und Wacholder zum Anstoßen!

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Nebelschwaden

Ein typischer grauer, kalter und nebeliger Novembertag, was liegt da näher, sich mit einer dicken Decke aufs Sofa zu legen, fern zu sehen und heißen Tee zu trinken? So ziemlich alles, ich auf alle Fälle nutzte diesen Tag, um der Stadt Haselünne mal wieder einen Besuch abzustatten.

Was mir zuerst auffiel, war ein Naturphänomen, dem ich zuvor noch nie Beachtung geschenkt hatte: Unter den Bäumen regnete es, während es ansonsten auf den Straßen trocken war. Normalerweise ist das Szenario ja genau umgekehrt. Bald wurde mir klar woran das lag, aber ich möchte nicht zu viel verraten, vielleicht möchtet ihr ja miträtseln. So viel sei aber verraten: Es sind keine Guttationstropfen.

Für Weiterbildung bin ich immer zu haben, darum interessierte mich auch das nebenstehende Schild.

So eine Abiklausur über Wacholder, mit allen seinen Arten und Unterarten, würde mir schon gefallen, vielleicht könnte man im Anschluss daran ja sogar Wacholder studieren.

Was aber wirklich dahinter steckt, ist der im Emsland häufig genossene Wacholder in flüssiger Form, gewürzt mit einigen sportlichen Aktivitäten und Naturfragen. Wie ich erfahren konnte, ist bis jetzt noch niemand durchgefallen. Na dann Prost!

Wer echten Wacholder sehen will, der ist in Haselünne jedoch nicht fehl am Platz. Hier sind ein paar besonders urwüchsige Exemplare der Art Juniperus communis zu sehen.

Mit einem Bild vom Haselünner See mit Blick auf die Insel, gerahmt von aufsteigendem Novembernebel, verabschiede ich mich zum zweiten Mal allmählich in die Winterpause.

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Was uns im November blüht!

Ja, uns blüht noch etwas im November: Diese hübsche Weiße Taubnessel zum Beispiel.

Wer  hat nicht in Kindertagen die zygomorphen Blüten abgezupft und genüsslich an der Kronröhre gesogen, um den süßen Nektar zu schmecken?

Wer hat nicht die Schötchen vom Hirtentäschel halb heruntergeschält um dann damit herum zu klappern?

Und wer hat nicht die Beeren vom Knallerbsenstrauch mit Wucht auf die Straße geschleudert und sich über den Knall gefreut? Nun, ich gebe zu, ich habe das alles gemacht, aber anstatt euch mit mit rhetorischen Fragen zu bombardieren, möchte ich euch berichten, was uns jetzt noch so alles blüht.

Da hätten wir z.B. das Franzosenkraut, das bei uns mit zwei Arten vorkommt – das Kleine und das Zottige. Letzteres zeichnet sich durch zottige Behaarung aus, wie in dem linken Bild andeutungsweise zu erkennen ist.

Auch die Graukresse hat noch nicht genug vom Blühen. Sie treibt Knospen bis der Arzt kommt. Die letzten öffnen sich vor Kälte schon gar nicht mehr und  bilden erst recht keine Früchte mehr aus.

Ansonsten blüht hier und da noch ein Löwenzahn, ein Ferkelkraut und Schmalblättriges Greiskraut. Scheinbar unverwüstlich zeigt sich aber die Wegrauke.

Egal wie oft über sie hinweg gemäht wurde, immer wieder treibt sie neu aus und ist damit wohl die größte Optimistin im Pflanzenreich.

Das Exemplar links im Bild hat sogar schon wieder eine kleine gelbe Blüte geöffnet, mit etwas Glück wird es vielleicht sogar fruchten.

Zum Schluss möchte ich euch ein schon fast  den Winter erahnen lassendes Bild von der Ems zeigen, auf dem die Sonne effektvolle Reflektionen hinterlassen hat und verabschiede mich damit allmählich in die Winterpause.

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Herbst am Dortmund-Ems-Kanal

Der goldene Oktober hat sich heute in lebhaften Farben präsentiert, und ich möchte euch einladen, die stimmungsvollen Eindrücke mit mir zu teilen:

Herbsttag
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

(Christian Friedrich Hebbel, 1813-1863)

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Bedeutung botanischer Artnamen (asclepiadea – azureus)

Weiter geht es mit den Erklärungen botanischer Artnamen. Es folgt die letzte Liste mit dem Anfangsbuchstaben “A”:

asclepiadeaAsklepias- (Seidenpflanzen-) ähnlich
asper, aspera, asperumlat. rau
asperidens – lat. rauzähnig
astricifronslat. sternlaubig
atactus, atacta, atactumgr. unregelmäßig, ungeordnet
aterrimus, aterrima, aterrimumlat. am schwärzesten
athericus, atherica, athericumgr. weich
atherodesgr. weich
athroostachyagr. Athroostays- (Bambus-) ähnlich
atlanticus, atlantica, atlanticum – aus dem Atlasgebirge
atramentarius , atramentaria, atramentariumlat. wie schwarze Tinte
atratus, atrata, atratumlat. schwarz
atricapillus, atricapilla, atricapillumlat. schwarzköpfig
atrichantherusgr. Staublätter ohne Haare
atrocinereus, atrocinerea, atrocinereumlat. dunkelgrau
atrorubenslat. dunkelrot
atrovinosus, atrovinosa, atrovinosumlat. mit dunklen Ranken
atrovirenslat. dunkelgrün
atroxlat. dunkel
attenuatus, attenuata, attenuatumlat. schwach
atticus, attica, atticumlat. attisch
aubertii – nach P. George Aubert
auctus, aucta, auctumlat. erweitert
aucuparius, aucuparia aucupariumlat. Vögel fangend
aurantellumlat. orangegelb
aurantiacum – lat. rotorange
auratus, aurata, auratumlat. golden
aureus, aurea, aureumlat. goldgelb
auricomus, auricoma, auricomumlat. goldschopfig
auricula, auriculaelat. ohrförmig
auriculatus, auriculata, auriculatumlat. mit geöhrten Blättern
auriculoideslat. ohrförmig
auritus, aurita, auritumlat. geöhrt
aurosulumlat. mit rötlichem Boden
aurulentus, aurulenta, aurulentumlat. goldfarben
australislat. südlich
austriacus, austriaca, austriacumlat. österreichisch
austrinus, austrina, austrinumlat. südlich
austrooccidentalislat. südwestlich
autumnale, autumnalislat. herbstlich
avellanalat. Haselnuss-
aviculare, avicularis – lat. Vogel-
aviumlat. Vogel-
axillare, axillarislat. achselständig
azureus, azurea, azureumlat. dunkelblau

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Ab in den Busch…

Die Kleine und die Zierliche Wasserlinse

hieß es am Samstag, und zwar in den Biener Busch. Biene ist ein Stadtteil von Lingen und der Busch ist ein 90 ha großes Waldgebiet, das wegen seiner seltenen Tier- und Pflanzenwelt unter Naturschutz steht. Die ersten Pflanzen, die ich fotografierte, sind nicht gerade selten, ganz im Gegenteil, aber man bekommt sie oft schwer vor die Linse. Trotzdem heißen sie so: Wasserlinsen.

Der Wald besitzt zu dieser Jahreszeit einen eigentümlichen Geruch aus einer Mischung von Waldmeister und Stinkmorcheln. Ein Exemplar letzt genannter Art wurde gerade von Mistkäfern bearbeitet, was mich dazu veranlasste, einen kurzen Film mit einer Kompaktkamera zu drehen. Meine Qualitäten als Kameramann lassen zwar einiges zu wünschen übrig, z.B. ein Stativ, aber ich zeige ihn trotzdem, schließlich ist es mein erstes Filmchen:

 

Die Morcheln waren nicht das Einzige was stank, mir stank auch, dass ich die Stinkende Hundskamille nicht wiedergefunden habe, was eigentlich der Zweck der Reise war.

Zur Entschädigung entdeckte ich ein paar Meter weiter ein Habichtskraut, und zwar eines dieser schwer bestimmbaren Sorte, wie ich dachte. Der Rothmaler-Schlüssel führte mich dann aber schnurstracks zum Wald-Habichtskraut. Hätte ich mir ja eigentlich auch denken können. Auf alle Fälle war das ein schöner Fund, es zählt in Norddeutschland zu den gefährdeten Arten.

Wohl durch die sommerlichen Temperaturen bedingt, reckte sogar ein vorwitziges Buschwindröschen seine Blüte dem blauen Himmel entgegen. Die Hoffnung auf Fremdbestäubung muss es wohl fahren lassen, aber es gibt zum Glück ja noch die gute alte Autogamie.

Im nächsten Frühling, wenn seine Artgenossen blühen, werde ich mal wieder dort vorbei schauen, um zu sehen, was da noch so alles im Busch ist.

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Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben Hasetal

Eigentlich ist der Name zu trocken für ein Projekt, das das Gebiet rund um die Hase-Altarme bei Groß Dörgen zu einem Feuchtgebiet machen soll. Zu diesem Zweck wurden 1996 für knapp über 10 Mio € zwei tote Altarme wiederbelebt und der Hase angeschlossen, Deiche abgebaut und zum Schutz der umliegenden Dörfer vor Hochwasser woanders wieder errichtet. Land wurde gekauft, Tafeln aufgestellt und ein 6 Meter hoher Aussichtturm gebaut.

Aussicht auf den ehemaligen Aussichtsturm

Diesen sucht man zur Zeit allerdings vergeblich, lediglich vier eiserne Stützen und ein Betonfundament zeugen noch von seiner Existenz. Denn nicht nur in das umliegende Grasland ist Wasser eingezogen, sondern auch in das Holz des Turms. Man darf gespannt sein, ob und wann ein neuer errichtet wird. 

Aber Holzschwamm drüber, für die Hase-Auen ist die Nässe wichtig. Der Fluss darf dort wieder unbehelligt über die Ufer treten und sich sogar, wenn auch in einem lokal begrenzten Umfeld, neue Flussläufe suchen. Das lässt sich die Tierwelt nicht zweimal sagen, so dass sich neben Biber, die bereits 1992 dort angesiedelt wurden, Nutria, Bisam, Schermaus und Otter hinzugesellt haben.

Doch nicht nur Säugetiere scheinen sich dort heimisch zu fühlen, auch die Artenzahl der Amphibien, Insekten und Vögel ist seit der Renaturierungsmaßnahme angestiegen, ebenso wie die der Pflanzen. Letztere haben allerdings bereits mitbekommen, das der Herbst Einzug gehalten hat. Lediglich Besenheide, Kratzdisteln und Rainfarn halten noch die Stellung.

Auch internationale Prominenz findet sich im Gartenlabyrinth ein. Hier kann man z.B. Madonna bei einem Nickerchen in einer Schubkarre beobachten.

Wer zu dieser Jahreszeit noch viele verschiedene Pflanzen blühen sehen will, muss einen kleinen Abstecher ins Gartenlabyrinth in Haselünne / Lahre machen. Dort gibt es nicht nur interessante Küchenkräuter zum Bestaunen, Zerreiben, Probieren und Beschnuppern, auch das Labyrinth selbst ist einen Besuch wert, in dessen Nischen allerlei Über-raschungen warten.

Zu guter Letzt sei anzumerken, dass die Arbeiten am E+E Hasetal erst 2002 abgeschlossen wurden. D.h., die Natur hatte bis heute erst ca. 10 Jahre Zeit, sich zu erholen. Man darf also gespannt sein, wie sich die Landschaft in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird.

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They nest – tödliche Brut

Hin und wieder bietet einem das Leben einen Horrorsteifen live, so wie heute, als ich die Nordradde inspizierte. Bei der „tödlichen Brut“ handelt es sich zwar nicht um endoparasitische Küchenschaben, aber dafür um ein ganz anderes Horrorszenario: Neophyten wohin das Auge blickt!

Der Flussabschnitt, den ich meine, liegt in Meppen-Neustadt, in der Nähe des Emslandstadions. Kommt man aus der Innenstadt und beschreitet die Lathener Straße, biegt man vor der Brücke rechts ab und befindet sich schon mitten auf der Geisterbahn in einem Wald von Drüsigem Springkraut:

Drüsiges Springkraut

Hin und wieder recken sich Brennnesseln, Kletten, Brombeeren oder Stechende Hohlzähne durch das alles überschattende, drüsige Blattwerk, also alles was piekt, kratzt, sticht oder brennt – außer Disteln – die mussten in der Dunkelheit ihr Leben aushauchen. Gruselig.

Am Ende des Weges überschreitet man eine Brücke und geht auf der anderen Seite der Radde, falls einem der Mut nicht verlassen hat, zurück. Dort wird es erst richtig unheimlich: Das Springkraut wird teilweise von der Riesen-Goldrute verdrängt, eine aus Amerika stammende, Stickstoff liebende Riesenpflanze. Ein Gefühl der Panik beschlich mich:

Ich lief immer schneller und paar Meter weiter zog etwas weiteres Gelbes die Aufmerksamkeit auf sich, das auf die Entfernung wie eine Sonnenblume aussah. Aber nein, es war nur ein weiterer invasiver Einwanderer: Topinambur, meine Kehle schnürte sich zu und ich drohte zu ersticken:

Ich rannte wie ich nur konnte, in der Hoffnung, keine Neophyten mehr sehen zu müssen, stieß aber, wie sollte es anders sein, auf den Japanischen Staudenknöterich. Mir stockte das Blut in den Adern:

Zum Glück war die Lathener Straße schon in Sicht, ich hatte also bald das Ende der Geisterbahn erreicht. Ich redete mir ein: Riesen-Bärenklau kann hier unmöglich vorkommen, den sieht man Kilometer weit, und rannte mit zugekniffenen Augen Richtung Straße.

Ich stolperte, fiel zu Boden, und sah mit Entsetzen, was mich zu Fall gebracht hatte: Der Essigbaum:

Mit letzter Kraft robbte ich der Straße entgegen und rappelte mich auf. Das Schicksal hat es noch einmal gut mit mir gemeint, mit der Nordradde scheint es allerdings kein Erbarmen zu haben.

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Wo die Hase Lünnen hatte…

…führt heute eine Brücke über sie hinweg. Das ist natürlich wesentlich praktischer, als über Rundhölzer zu balancieren:

Schild an der Hasebrücke

Die Brücke machte die Lünne überflüssig

 

Möchte man sich aber den Haselünner See und den dahinter liegenden Wacholderhain ansehen, braucht man sie, vorausgesetzt man kommt aus der Innenstadt, gar nicht zu überqueren. Man biegt einfach vorher links ab und geht dann immer der Nase nach, bzw. der Hase nach.

Nach einigen Metern begrüßt den Wanderer ein sehr rostikales (nein, das ist kein Rechtschreibfehler) Kunstwerk: ein lachender Fahrradfahrer aus Schrottteilen mit einem sehr prominenten, angeschweißten Hinterteil, der seine Stellung je nach Temperatur verändert, mal windschnittig, mal aufrecht:

Kunstwerk

Rostikaler, doch trotzdem freundlich lächelnder Radfahrer mit dickem Hintern bei mittleren Temperaturen

 

Der Haselünner See ist auf jeden Fall einen Rundgang wert, auch wenn man nicht auf Pflanzensuche ist. In der Mitte liegt eine kleine Insel, zu der weder eine Brücke noch eine Lünne führt, und die bestimmt eine interessante Vegetation beherbergt. Nächstes Jahr werde ich mir ein Tretboot mieten.

Teufelsabbiss

Gewöhnlicher Teufelsabbiss

Doch auch ohne Tretboot gelangt man in spannende Gefilde. Nahe am Eingang des Naturschutzgebietes Haselünner Kuhweide, das man vom See aus erreichen kann, findet man Succisa pratensis, den Teufels-abbiss. Der heißt so, weil sein Wurzelstock immer vom Teufel abgebissen wird, jedenfalls sieht er so aus.

Kurz vor dem Tor ins NSG steht eine kleine bunte Sitzbank, die es in sich hat: Klappt man sie auf, finden sich jede Menge Bücher, hauptsächlich Kinderbücher, die für umsonst gelesen werden können, während man es sich auf der Bank gemütlich macht.

Nach dem Durchstreifen des Naturschutzgebietes, ging ich auf Stellensuche. Ich suchte nämlich die Stelle, an der im letzten Jahr Meerrettich wuchs, von dem ich aufgrund der schlechten Witterung kein vernünftiges Foto machen konnte. Die Stelle war noch da, nur der Meerrettich leider nicht mehr.

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