Im Auftrag von Flora Emslandia unterwegs

Sie zählt schon über 200 Seiten und ein Ende ist nicht in Sicht – meine HP. Ursprünglich sollte sie ja ein Buch werden, nur wäre dieses weder korrigier-, ergänz-, noch finanzierbar gewesen. Inzwischen ist die Website seit etwa einem Jahr … Weiterlesen

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Am Weg wartet die Wegwarte

Als Kontrastprogramm zum eisigen Winter verrate ich euch heute etwas über eine Sommerpflanze. Sie bevorzugt etwas basische, sprich kalkhaltige Böden, die das Emsland kaum zu bieten hat, trotzdem findet man sie vereinzelt. Man kann sich darüber streiten, ob sie nun eigentlich schön oder hässlich ist und ist damit quasi die Daniela Katzenberger unter den Pflanzen.

Die blauen Korbblüten sind ein echter Hingucker

 

Zwar besticht sie durch große blaue Blüten, doch ihr sparriger, verzweigter Wuchs mit den starren Ästen will nicht recht dazu passen. Besonders nachmittags entzieht sie sich dem Blick, indem sie die auffälligen Korbblüten kurzerhand schließt, um sich in unansehnliches Gestrüpp zu verwandeln.

Mit gechlossenen Blütenkörben ist die Wegwarte kaum wiederzuerkennen

A propos verwandeln: Alten Überlieferungen zufolge ist die Wegwarte eine Prinzessin / Burgfäulein / Jungfrau / Mädchen / Geliebte eines Ritters, die jahrelang am Wegrand auf ihren im Kreuzzug / in einer Schlacht / im Krieg gefallenen bzw. untreu gewordenen Prinzen / Ritter / Freund / Geliebten wartete, und von Gott / einer Fee / Engeln / Uri Geller in eine Pflanze verwandelt wurde.

Rein etymologogisch betrachtet hat die Wegwarte überhaupt nichts mit warten zu tun. Streng genommen aber doch. Die Wegwarte wartet zwar nicht auf etwas, aber sie wartet etwas, nämlich den Weg. Nun, sie pflastert ihn zwar nicht neu, aber sie zeigte einst den müden Wanderern die ausgetretenen Pfade und verdiente sich so die Namen Wegweis und Wegeweise.

Aber warum wächst sie ausgerechnet am Wegrand? Weil sie dort viel Sonne und damit Licht und Wärme bekommt, andererseits, weil sie von den oft angrenzenden Feldern den Stickstoff abgreifen kann. So wird sie von jedem gesehen und kann es auch ertragen, mal plattgetreten zu werden. Ganz wie Daniela Katzenberger eben.

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Bedeutung botanischer Artnamen (betckei – botrys)

betckei – nach Betcke benannt
betonicifolius, betonicifolia, betonicifoliumlat. ziestblättrig
beyrichii – nach Beyrich benannt
biasolettii – nach Biasoletto benannt
bicolorlat. zweifarbig
biebersteinii – nach F. A. Freiherr von Bieberstein benannt
biennislat. zweihährig
bifidus, bifida, bifidumlat. zweispaltig
biflorus, biflora, biflorumlat. zweiblütig
bifolius, bifolia, bifolium – lat. zweiblättrig
biformis, biformelat. in zwei Formen vorkommend
bifrons, bifrondeslat. zweiblättrig
bifurcus, bifurca, bifurcumlat. in zwei Äste gespalten
bigelowii – nach Bigelow benannt
biharica – nach dem indischen Bundesstaat Bihar benannt
billardii – nach Billard benannt
binderi – nach Binder benannt
binervis, biervelat. zweinervig
bjoerkmanii – nach Björkman benannt
blandus, blanda, blandumlat. verführerisch, reizend
blandidus, blandida, blandidum lat. schmeichlerisch
blattarius, blattaria, blattariumlat. Schaben-
blitoideslat. Blitum- (Spinat, Gänsefuß-) artig
blitum, blitilat. Blitum- (Spinat, Gänsefuß-) artig
blondaeana – nach Blondeau benannt
blyttianum – nach Blytt benannt
bocconei, bocconi – nach Paolo Silvio Boccone benannt
boekmanii – nach Boekman benannt
boenninghauseniana – nach C. M. F. Freiherr von Bönninghausen benannt
boetzkesii – nach Boetzkes benannt
bohemicus, bohemica, bohemicumlat. böhmisch
bombycinus, bombycina, bombycinumlat. aus Seide
bonariensis, bonariense – nach Buenos Aires (Argentinien) benannt
bonus-henricuslat. Guter Heinrich
borbasii – nach Vincenz von Borbas benannt
borchers-kolbiae nach Borchers-Kolbe benannt
boreale, boreales, borealislat. nördlich
borgvallii – nach Borgvall benannt
bornmuelleri – nach Joseph Friedrich Nicolaus Bornmüller
borreri – nach Borrer benannt
borysthenica – nach Beresan (Borysthenes) benannt (Insel im Schwarzen Meer)
botryodeslat. traubig
botrys –  lat. Trauben-

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Bedeutung botanischer Artnamen (babylonica – bertramii)

babylonicalat. Babylon-
baccatus, baccata, baccatumlat. mit Beeren bzw. Perlen behangen
badense, badensislat. badisch
badius, badia, badiumlat. kastanienfarbig
baeckiiformelat. wie Taraxacum baeckii
bakkerana – nach Bakker benannt
baldense, baldensis – vom Monte Baldo
baldschuanica – aus Baldschuan (Tadschikistan)
balfourianus – nach Sir Isaac Bayley Balfour
balsamitus, balsamita, balsamitumlat. balsamisch
balticus, baltica, balticumlat. baltisch
balticiformelat. wie Taraxacum balticum
bannaticus, bannatica, bannaticumlat. aus Banat (Rumänien)
barbarus, barbara, barbarumlat. fremd
barbatus, barbata, barbatumlat. bärtig
barberi – nach F. W. Barber
barbulatus, barbulata, barbulatumlat. kurzbärtig
barrandienicuslat. aus Barrandien (Tschechien)
baruthicuslat. aus Baruth/Mark (Brandenburg)
basifurcus, basifurca, basifurcumlat. tiefgabelig
basitruncatus, basitruncata, basitruncatumlat. abgestutzt
baudotii – nach Baudot benannt
bauhini – nach Gaspard und Jean Bauhin
baumgartenii – nach Baumgarten benannt
bauri – nach L. R. Baur benannt
bavaricus, bavarica, bavaricuslat. bayerisch
bavarus, bavara, bavarumlat. bayerisch
bayerae – nach Bayer benannt
bachii – nach Bach benannt
beccabungalat. aus nd. Beckebunge = Bachbunge (am Bach wachsend und Knollen tragend)
beckmanniana – nach Beckmann benannt
beckmannii – nach Beckmann benannt
bella-donnalat. schöne Frau
bellardii – nach C. A. L. Bellardi
bellidiastrum, bellidiastralat. Bellis- (Gänseblümchen-) ähnlich
bellidifolius, bellidifolia, bellidifoliumlat. Bellis- (Gänseblümchen-) blättrig
bellidioides – lat. Bellis- (Gänseblümchen-) ähnlich
bellus, bella, bellumlat. hübsch, schön
benekenii – nach Beneken benannt
benzianum – nach Benz benannt
berchtoldii – nach Berchtold benannt
berlandieri – nach Jean Louis Berlandier
bermudianalat. Bermuda-
bertolonii – nach Bertoloni benannt
bertramii – nach Bertram benannt

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Gans in Reis mit einem Beifußstrauß

Weihnachtszeit ist die schönste Zeit, allerdings ist jene für einige unserer Mitgeschöpfe damit bereits abgelaufen. Nämlich für solche, die auf unserer festlich gedeckten Weihnachtstafel enden. Neben Karpfen und Truthähnen steht die Gans ganz weit oben auf unserem Speiseplan.

Wohl wahr, das einzige Botanische an einer Gans ist ihr gefiedertes Gefieder, aber um Gänse soll es hier gar nicht gehen. Mein Interesse gilt ganz allein einer bei uns sehr häufigen Pflanze, die als aromatisches Küchenkraut eben dieser Spezialität beigefügt wird und den Braten bekömmlicher machen soll: der Beifuß.

Beifuß ist so häufig, dass er immer "bei Fuß" ist

 

Artemisia vulgaris, der Gewöhnliche Beifuß, ist nach der griechischen Göttin Artemis benannt. Vulgaris heißt „gewöhnlich“ und bezeichnet häufige Pflanzen. Interessant ist die sprachwissenschaftliche Entwicklung des deutschen Begriffs. Er soll sich aus dem althochdeutschen Wort bozzan gebildet haben, das so viel wie stoßen oder schlagen bedeutete.

Daraus entstand Biboz, das so etwas wie „Beigestoßenes“ hieß, möglicherweise weil die Pflanze zerstoßen und Speisen beigegeben wurde. Durch Lautverschiebung entstand aus Biboz das mittelhochdeutsche Bivouz, aus dem im Hochdeutschen “Beifuß” wurde.

Aus dem Verb bozzan entstand noch ein weiteres, im Norden Deutschlands bekanntes Wort: Boßeln. Ein Volkssport, oder eher eine Vergnügung, bei der Kugeln auf einer Straße möglichst weit voran getrieben werden müssen. In erster Linie geht es dabei meist um ein anschließendes Grünkohlessen und um, siehe letztes Blogthema, Wacholder.

Mit diesem kleinen Exkurs in die Etymologie des Beifuß und des Boßelns wünsche ich allen Lesern frohe Weihnachten, einen guten Rutsch, einen Gänsebraten mit viel Beigestoßenem gegen das Aufstoßen und Wacholder zum Anstoßen!

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Nebelschwaden

Ein typischer grauer, kalter und nebeliger Novembertag, was liegt da näher, sich mit einer dicken Decke aufs Sofa zu legen, fern zu sehen und heißen Tee zu trinken? So ziemlich alles, ich auf alle Fälle nutzte diesen Tag, um der Stadt Haselünne mal wieder einen Besuch abzustatten.

Was mir zuerst auffiel, war ein Naturphänomen, dem ich zuvor noch nie Beachtung geschenkt hatte: Unter den Bäumen regnete es, während es ansonsten auf den Straßen trocken war. Normalerweise ist das Szenario ja genau umgekehrt. Bald wurde mir klar woran das lag, aber ich möchte nicht zu viel verraten, vielleicht möchtet ihr ja miträtseln. So viel sei aber verraten: Es sind keine Guttationstropfen.

Für Weiterbildung bin ich immer zu haben, darum interessierte mich auch das nebenstehende Schild.

So eine Abiklausur über Wacholder, mit allen seinen Arten und Unterarten, würde mir schon gefallen, vielleicht könnte man im Anschluss daran ja sogar Wacholder studieren.

Was aber wirklich dahinter steckt, ist der im Emsland häufig genossene Wacholder in flüssiger Form, gewürzt mit einigen sportlichen Aktivitäten und Naturfragen. Wie ich erfahren konnte, ist bis jetzt noch niemand durchgefallen. Na dann Prost!

Wer echten Wacholder sehen will, der ist in Haselünne jedoch nicht fehl am Platz. Hier sind ein paar besonders urwüchsige Exemplare der Art Juniperus communis zu sehen.

Mit einem Bild vom Haselünner See mit Blick auf die Insel, gerahmt von aufsteigendem Novembernebel, verabschiede ich mich zum zweiten Mal allmählich in die Winterpause.

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Was uns im November blüht!

Ja, uns blüht noch etwas im November: Diese hübsche Weiße Taubnessel zum Beispiel.

Wer  hat nicht in Kindertagen die zygomorphen Blüten abgezupft und genüsslich an der Kronröhre gesogen, um den süßen Nektar zu schmecken?

Wer hat nicht die Schötchen vom Hirtentäschel halb heruntergeschält um dann damit herum zu klappern?

Und wer hat nicht die Beeren vom Knallerbsenstrauch mit Wucht auf die Straße geschleudert und sich über den Knall gefreut? Nun, ich gebe zu, ich habe das alles gemacht, aber anstatt euch mit mit rhetorischen Fragen zu bombardieren, möchte ich euch berichten, was uns jetzt noch so alles blüht.

Da hätten wir z.B. das Franzosenkraut, das bei uns mit zwei Arten vorkommt – das Kleine und das Zottige. Letzteres zeichnet sich durch zottige Behaarung aus, wie in dem linken Bild andeutungsweise zu erkennen ist.

Auch die Graukresse hat noch nicht genug vom Blühen. Sie treibt Knospen bis der Arzt kommt. Die letzten öffnen sich vor Kälte schon gar nicht mehr und  bilden erst recht keine Früchte mehr aus.

Ansonsten blüht hier und da noch ein Löwenzahn, ein Ferkelkraut und Schmalblättriges Greiskraut. Scheinbar unverwüstlich zeigt sich aber die Wegrauke.

Egal wie oft über sie hinweg gemäht wurde, immer wieder treibt sie neu aus und ist damit wohl die größte Optimistin im Pflanzenreich.

Das Exemplar links im Bild hat sogar schon wieder eine kleine gelbe Blüte geöffnet, mit etwas Glück wird es vielleicht sogar fruchten.

Zum Schluss möchte ich euch ein schon fast  den Winter erahnen lassendes Bild von der Ems zeigen, auf dem die Sonne effektvolle Reflektionen hinterlassen hat und verabschiede mich damit allmählich in die Winterpause.

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Herbst am Dortmund-Ems-Kanal

Der goldene Oktober hat sich heute in lebhaften Farben präsentiert, und ich möchte euch einladen, die stimmungsvollen Eindrücke mit mir zu teilen:

Herbsttag
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

(Christian Friedrich Hebbel, 1813-1863)

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Bedeutung botanischer Artnamen (asclepiadea – azureus)

Weiter geht es mit den Erklärungen botanischer Artnamen. Es folgt die letzte Liste mit dem Anfangsbuchstaben “A”:

asclepiadeaAsklepias- (Seidenpflanzen-) ähnlich
asper, aspera, asperumlat. rau
asperidens – lat. rauzähnig
astricifronslat. sternlaubig
atactus, atacta, atactumgr. unregelmäßig, ungeordnet
aterrimus, aterrima, aterrimumlat. am schwärzesten
athericus, atherica, athericumgr. weich
atherodesgr. weich
athroostachyagr. Athroostays- (Bambus-) ähnlich
atlanticus, atlantica, atlanticum – aus dem Atlasgebirge
atramentarius , atramentaria, atramentariumlat. wie schwarze Tinte
atratus, atrata, atratumlat. schwarz
atricapillus, atricapilla, atricapillumlat. schwarzköpfig
atrichantherusgr. Staublätter ohne Haare
atrocinereus, atrocinerea, atrocinereumlat. dunkelgrau
atrorubenslat. dunkelrot
atrovinosus, atrovinosa, atrovinosumlat. mit dunklen Ranken
atrovirenslat. dunkelgrün
atroxlat. dunkel
attenuatus, attenuata, attenuatumlat. schwach
atticus, attica, atticumlat. attisch
aubertii – nach P. George Aubert
auctus, aucta, auctumlat. erweitert
aucuparius, aucuparia aucupariumlat. Vögel fangend
aurantellumlat. orangegelb
aurantiacum – lat. rotorange
auratus, aurata, auratumlat. golden
aureus, aurea, aureumlat. goldgelb
auricomus, auricoma, auricomumlat. goldschopfig
auricula, auriculaelat. ohrförmig
auriculatus, auriculata, auriculatumlat. mit geöhrten Blättern
auriculoideslat. ohrförmig
auritus, aurita, auritumlat. geöhrt
aurosulumlat. mit rötlichem Boden
aurulentus, aurulenta, aurulentumlat. goldfarben
australislat. südlich
austriacus, austriaca, austriacumlat. österreichisch
austrinus, austrina, austrinumlat. südlich
austrooccidentalislat. südwestlich
autumnale, autumnalislat. herbstlich
avellanalat. Haselnuss-
aviculare, avicularis – lat. Vogel-
aviumlat. Vogel-
axillare, axillarislat. achselständig
azureus, azurea, azureumlat. dunkelblau

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Ab in den Busch…

Die Kleine und die Zierliche Wasserlinse

hieß es am Samstag, und zwar in den Biener Busch. Biene ist ein Stadtteil von Lingen und der Busch ist ein 90 ha großes Waldgebiet, das wegen seiner seltenen Tier- und Pflanzenwelt unter Naturschutz steht. Die ersten Pflanzen, die ich fotografierte, sind nicht gerade selten, ganz im Gegenteil, aber man bekommt sie oft schwer vor die Linse. Trotzdem heißen sie so: Wasserlinsen.

Der Wald besitzt zu dieser Jahreszeit einen eigentümlichen Geruch aus einer Mischung von Waldmeister und Stinkmorcheln. Ein Exemplar letzt genannter Art wurde gerade von Mistkäfern bearbeitet, was mich dazu veranlasste, einen kurzen Film mit einer Kompaktkamera zu drehen. Meine Qualitäten als Kameramann lassen zwar einiges zu wünschen übrig, z.B. ein Stativ, aber ich zeige ihn trotzdem, schließlich ist es mein erstes Filmchen:

 

Die Morcheln waren nicht das Einzige was stank, mir stank auch, dass ich die Stinkende Hundskamille nicht wiedergefunden habe, was eigentlich der Zweck der Reise war.

Zur Entschädigung entdeckte ich ein paar Meter weiter ein Habichtskraut, und zwar eines dieser schwer bestimmbaren Sorte, wie ich dachte. Der Rothmaler-Schlüssel führte mich dann aber schnurstracks zum Wald-Habichtskraut. Hätte ich mir ja eigentlich auch denken können. Auf alle Fälle war das ein schöner Fund, es zählt in Norddeutschland zu den gefährdeten Arten.

Wohl durch die sommerlichen Temperaturen bedingt, reckte sogar ein vorwitziges Buschwindröschen seine Blüte dem blauen Himmel entgegen. Die Hoffnung auf Fremdbestäubung muss es wohl fahren lassen, aber es gibt zum Glück ja noch die gute alte Autogamie.

Im nächsten Frühling, wenn seine Artgenossen blühen, werde ich mal wieder dort vorbei schauen, um zu sehen, was da noch so alles im Busch ist.

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Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben Hasetal

Eigentlich ist der Name zu trocken für ein Projekt, das das Gebiet rund um die Hase-Altarme bei Groß Dörgen zu einem Feuchtgebiet machen soll. Zu diesem Zweck wurden 1996 für knapp über 10 Mio € zwei tote Altarme wiederbelebt und der Hase angeschlossen, Deiche abgebaut und zum Schutz der umliegenden Dörfer vor Hochwasser woanders wieder errichtet. Land wurde gekauft, Tafeln aufgestellt und ein 6 Meter hoher Aussichtturm gebaut.

Aussicht auf den ehemaligen Aussichtsturm

Diesen sucht man zur Zeit allerdings vergeblich, lediglich vier eiserne Stützen und ein Betonfundament zeugen noch von seiner Existenz. Denn nicht nur in das umliegende Grasland ist Wasser eingezogen, sondern auch in das Holz des Turms. Man darf gespannt sein, ob und wann ein neuer errichtet wird. 

Aber Holzschwamm drüber, für die Hase-Auen ist die Nässe wichtig. Der Fluss darf dort wieder unbehelligt über die Ufer treten und sich sogar, wenn auch in einem lokal begrenzten Umfeld, neue Flussläufe suchen. Das lässt sich die Tierwelt nicht zweimal sagen, so dass sich neben Biber, die bereits 1992 dort angesiedelt wurden, Nutria, Bisam, Schermaus und Otter hinzugesellt haben.

Doch nicht nur Säugetiere scheinen sich dort heimisch zu fühlen, auch die Artenzahl der Amphibien, Insekten und Vögel ist seit der Renaturierungsmaßnahme angestiegen, ebenso wie die der Pflanzen. Letztere haben allerdings bereits mitbekommen, das der Herbst Einzug gehalten hat. Lediglich Besenheide, Kratzdisteln und Rainfarn halten noch die Stellung.

Auch internationale Prominenz findet sich im Gartenlabyrinth ein. Hier kann man z.B. Madonna bei einem Nickerchen in einer Schubkarre beobachten.

Wer zu dieser Jahreszeit noch viele verschiedene Pflanzen blühen sehen will, muss einen kleinen Abstecher ins Gartenlabyrinth in Haselünne / Lahre machen. Dort gibt es nicht nur interessante Küchenkräuter zum Bestaunen, Zerreiben, Probieren und Beschnuppern, auch das Labyrinth selbst ist einen Besuch wert, in dessen Nischen allerlei Über-raschungen warten.

Zu guter Letzt sei anzumerken, dass die Arbeiten am E+E Hasetal erst 2002 abgeschlossen wurden. D.h., die Natur hatte bis heute erst ca. 10 Jahre Zeit, sich zu erholen. Man darf also gespannt sein, wie sich die Landschaft in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird.

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