Die Weißwurst besitzt nicht nur in Bayern eine große Anhängerschaft, sie erfreut sich auch im hohen Norden zunehmender Beliebtheit, besonders mit süßem Senf als unentbehrliche Zutat. Verspeist wird allerdings nicht die Vielblütige, sondern die Zweizipflige Weißwurst (Botellus albus-bilaciniatus).
Unter uns gesagt: eine Vielblütige Weißwurst ist noch niemandem untergekommen, wohl aber eine Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum), und die ist nicht zum Essen da. Sie steht einfach nur im Wald und treibt einen überhängenden Stängel, an dem sich oben wechselständige Blätter befinden, und an dem unten in jeder Blattachsel eine kleine Blütentraube hängt.
Die Weißwurz besitzt ein weißes Rhizom, das ist so etwas wie eine verdickte, horizontale Wurzel und daher kommt auch ihr Name: Weißwurzel sozusagen. Und aus diesem Grund ist ihr grammattisches Geschlecht weiblich: Die Wurz also. Ihr wirkliches Geschlecht ist zwittrig, doch das soll uns hier nicht weiter stören.
Es gibt viele Pflanzen die auf -wurz enden, so wie die Pestwurz und die Nieswurz. Ragwurz, Nestwurz und Stendelwurz sind Orchideen und kommen, wie die Weißwurst, hauptsächlich in Süddeutschland vor. Ihr Plural ist darum auch nicht „Ragwurze“, sondern ganz rustikal „Ragwurzen“.
Damit ist die Deutschstunde für heute gegessen und ich werde mir nun eine leckere Heißwurz mit Kartoffelsalat gönnen. Wohl bekomm’s!

servus
der weisswurst blog aus zwiesel
gruss bertl
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